Die Elefanteninsel

Nach einer Woche Städtetrips, freuen wir uns auf das Inselleben, das Meer und die Ruhe. Mit dem ersten Flug von Phnom Penh über Bangkok, landen wir um 09:20 Uhr planmässig in Trat. Leider hat es unser Gepäck nicht geschafft – es hängt noch in Bangkok fest. Die Umsteigezeit von einer Stunde war wohl zu kurz. Wir füllen ein Lost-Formular aus und uns wird versprochen, dass unser Gepäck mit dem nächsten Flug nachgeliefert und auf die Insel gebracht wird. Für uns geht es jetzt aber mit dem Minibus-Service von Bangkok-Airlines (500฿ pP.) über Land zur Fähre um nach Koh Chang und schlussendlich an unseren auserwählten Strand zu gelangen. Es ist die einzige Möglichkeit hier an diesem kleinen Flughafen, also fällt die Wahl nicht schwer. Nach gut einer Stunde treffen wir am Kai Bae Beach ein. Ein Traumstrand –  wie uns später bewusst wird – der beste Strand der Insel. Feiner weisser Sand, ein flach abfallender Strand und eine Wahnsinnsaussicht. Wir haben ein Zimmer mit Strandzugang gewählt. Es ist zwar für hiesige Verhältnisse nicht gerade günstig (rund CHF 100 pro Nacht), aber die Lage ist nicht zu übertreffen. Der Beach Room im Kai Bae Beach Resort ist zwar sauber, jedoch ohne Liebe fürs Detail eingerichtet und die Matratzen sind viel zu hart für meinen Geschmack. Dafür ist die kleine Terrasse mit einem Holztisch/-bänken, Liegestühlen und einem hängenden Korb sehr gemütlich. Glücklicherweise haben wir unsere Badesachen im Handgepäck mitgenommen, also sofort ab in die Fluten! Endlich Meer! Wir geniessen diesen Moment sehr und relaxen ein paar Stunden. Und tatsächlich, plötzlich klopft es an unserer Türe: Bangkok-Airways hat unser Gepäck in Bangkok gefunden und mit dem nächsten Flug nachgeschickt. Welch ein Service, wir sind erleichtert!

Da wir eine Woche oder evtl. auch länger auf Koh Chang bleiben wollen, entschliessen wir uns einen Roller zu mieten. Fündig werden wir bei Mr.Moon (siehe Google-Maps). Wir wählen einen Yamaha, welcher genug Kraft hat mit 2 Personen beladen die Hügel Koh Chang’s zu bezwingen. Der Preis von 200฿ pro Tag ist völlig in Ordnung (mehr zum Thema Roller mieten findest du hier). Auf der Suche nach einem Restaurant fürs Abendessen, fahren wir los. Da wir schon lange wach sind, beschliessen wir nicht weit zu suchen. Nach einer kurzen Recherche auf Tripadvisor, entscheiden wir uns für die Wine Gallery – Tapas & Coffee Shop. Unglaublich, aber wahr – so tolle Tapas haben wir noch selten gegessen. Und dies Fernab der mediterranen Länder. Neben der Vielzahl von hausgemachten Tapas, gibt es auch eine Auswahl an thailandischen, australischen, neuseeländischen, chilenischen, argentinischen und amerikanischen Speisen. Dazu hat die Wine Gallery die grösste Weinauswahl auf der Insel, wie auch ein grosses Angebot an sonstigen Spirituosen und Tabakwaren (Havanas & Snus).

Am nächsten Tag erkunden wir mit dem Roller die Insel. Wegen einer kurzen Strecke ohne Strasse ist es nicht möglich, Koh Chang zu umrunden. So machen wir uns über die Südseite auf den Weg auf die andere Inselseite zu gelangen. Auf dem Weg kommen wir am Longbeach vorbei. Dieser Strand ist gepflegt und es hat sogar eine einsame Bar / Restaurant / Resort. Dieser ist ein wenig zerfallen und die Betreiber sind nicht sehr motiviert, jedoch kann man hier wunderbar schwimmen und die Ruhe geniessen. Das Essen ist gut und die Getränke günstig. Übernachten oder die Toiletten benutzen, würde ich hier nicht wollen. Weiter geht’s über Hügel, Stock und Stein bis wir nach einer über 50km langen Fahrt am Ende der Strasse angelangen. Der Versuch über den Feldweg oder besser gesagt den Dschungelpfad weiter zu fahren, scheitert auf Grund von Felsen und Pflanzen die den Weg versperren. Jedoch befindet sich hier das Ko Chang Memorial in Gedenken an die Seeschlacht zwischen der thailändischen und der französischen Marine am 17. Januar 1941. Heute, März 2018, ist ein zukünftiges Gebäude im Bau, in dem ein Museum und ein Bistro entstehen soll. Wahrscheinlich wird dies dann mehr Besucher anziehen. Denn momentan sind wir fast die einzigen die den weiten Weg auf sich genommen haben. Das Denkmal selbst ist die Reise nicht unbedingt wert, jedoch der menschenleere Strand –  wenn da der ganze Abfall nicht wäre, der in Massen angeschwemmt wird.

Neuer Tag – neues Glück. Diesmal fahren wir in die andere Richtung los. Über die Hügel und Stränden vorbei, stossen wir schlussendlich auf das Fischerdorf Bang Bao. Das spezielle an diesem Ort ist, dass die Leute ihre Häuser auf Stelzen errichtet haben. Die Bewohner leben vor allem vom Fischfang und Tourismus. Es gibt unzählige Souvenir- und Essensstände und sogar einzelne Zimmer zum Übernachten werden angeboten. Am langen Steg, sind viele Boote zu sehen – auch bereits gesunkene. Am Ende des Steges befindet sich ein Leuchtturm von dem das ganze Stelzendorf überblickt werden kann.

An diesem Abend gehen wir ins Filou wo heute eine Ladyboy-Show angekündigt wurde. Nach einem mittelmässigen Essen, bestellen wir uns einen Mojito Bucket für nur 99฿ und sind begeistert. Wir hätten nicht erwartet, einen so guten Mojito für diesen Preis zu kriegen. Sichtlich angeheitert sehen wir amüsiert den tanzenden Ladyboys zu. Dieses „Spektakel“ (auf Koh Chang ist dieses Business sonst noch nicht gross vorhanden) sollte man sich nicht entgehen lassen, es ist allemal einen Besuch wert.

Am nächsten Morgen wünschen wir uns ein gutes Frühstück. Leider bietet unser Hotel Kai Bae Beach Resort dies nicht wirklich, denn es fehlen essentielle Dinge wie einen guter Kaffee, Käse oder gute Brötchen / Gipfeli. So machen wir uns auf den Weg zu Restaurant Chez David welches wir an einem anderen Abend entdeckt hatten. Hier gibt es unserer Meinung nach wohl das beste Frühstück der Insel. Es gibt diverse Platten oder auch Sandwiches oder Müesli’s die man kriegen kann. Ich nehme natürlich das französische Frühstück mit Croissants,  Butter, Käse, Rohschinken, Speck, Spiegelei und dazu ein tolles Latte Macchiato.

Da wir nicht wussten wie lange wir auf Koh Chang bleiben wollen, haben wir das Hotel nicht zu lange gebucht. Deshalb ist es heute Zeit unser Hotel zu wechseln. Beim Vorbeifahren haben wir das AWA Hotel gesehen und auf Agoda gebucht. Diesmal ist es zwar kein Zimmer mit Strandzugang, jedoch mit bestem Meerblick. Das Zimmer ist toll und die Matratzen endlich weicher und sehr bequem. Traumhaft ist auch das Badezimmer. Einziger Mangel ist, dass es ein bisschen ranzig riecht. Auf dem Balkon gibt es ein grosses Sonnenbett wo wir perfekte Sicht auf die schönen Sonnenuntergänge haben. Das Frühstück hier ist auch toll, es hat ein riesen Buffet und alles was uns beim anderen Hotel gefehlt hatte. Der grosse Flusspool und der Strand gefallen uns auch. Es hat viele Asiaten und einige Russen, welche uns nicht gross in die Quere kommen. Glücklicherweise hat es hier keine Liegestuhl-Besetzende Deutsche und so finden wir wann immer wir wollen einen schönen Platz direkt am Meer.

Ich als Katzenfreundin, kann es natürlich nicht lassen die mager aussehenden Tierchen hier zu füttern. So haben wir einen täglichen Begleiter gefunden, welcher stets am Fussende des Liegestuhls schläft und mir nicht mehr von der Seite weicht. Ich denke den Katzen hier geht es eigentlich gut, sie finden immer etwas zu Essen oder einen Touristen den sie füttert. Da sind wir bei den Elefanten schon eher skeptisch. Täglich werden junge Elefanten am Strand spazieren geführt. Das ist jedes Mal sehr süss zu beobachten. Es dürfen Fotos gemacht werden und die Kinder baden sogar mit dem Babyelefanten. Wenn man jedoch die Basis der Elefantenbesitzer besucht, sieht man viele Elefanten mit schweren Ketten angebunden an ihren Beinen unruhig dastehen. Auch wenn man nicht sieht, dass jemand den Tieren etwas antut, sind wir dennoch misstrauisch ob dies eine artgerechte Haltung ist. Zudem müssen die Dickhäuter gezähmt werden und das passiert, wenn niemand zuschaut. Und dann werden diese sicher nicht feinfühlig behandelt. Deshalb machen wir auch kein Elefanten-Trekking. Dies zu Unterstützen wäre definitiv falsch.

Ein guter Ausflug ist der Besuch des Khlong Phlu Wasserfalls. Dieser liegt im Gebiet eines Nationalparks und der Eintritt für einen Erwachsenen kostet rund 200฿. Nach einer kleinen Wanderung über einen Dschungelpfad entlang eines Flusses, gelangt man schlussendlich zum Wasserfall. Im Wasser schwimmen viele Fische die gar nicht scheu sind und einem beim Baden „beschnuppern“. Auf den Felsen sonnen sich wunderschöne orange Schmetterlinge und man hat das Gefühl in einer anderen Welt zu sein. Je nach Tageszeit hat es hier mehr oder weniger Touristen. Wer allein sein will, sollte gleich morgens um 8 Uhr herkommen, da ist die Chance am grössten.

Wenn wir gerade dabei sind über Ausflugsziele zu berichten, möchte ich noch den Koh Chang Viewpoint erwähnen. Dieser liegt unweit unseres Strandes auf einer Anhöhe. Man hat einen guten Ausblick aufs Meer und einige Inselchen. Jedoch hat man diese Sicht auch von anderen Stellen aus, an denen man mit dem Roller vorbei fährt. Ein Ausflug wert wären sicher auch die benachbarten Inseln von Koh Chang: Koh Mak und Koh Kood. Diese wurden uns mehrmals empfohlen, jedoch besuchen wir diese auf unserer Reise nicht und bleiben auf Koh Chang weil wir einfach ein bisschen die Ruhe und das Sein geniessen wollen.

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